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Die vier Ebenen einer Umfrage – und was der SGQA-Code ist
Die häufigste Ursache für Verirrung in LimeSurvey ist ein fehlendes Modell davon, wie die Software ihre Funktionen sortiert. Sie verirren sich seltener, wenn Sie sich bewusst machen, auf welcher Ebene der Umfrage Sie gerade arbeiten. Diese vier Ebenen geben die Übersicht:
Umfrage (Survey-ID, SID)
└─ Fragengruppe (Group-ID, GID)
└─ Frage (Question-ID, QID)
└─ Teilfrage (Subquestion-ID, SQID)
└─ Antwortoption (Antwortcode)
Wer diese Reihenfolge im Kopf hat, findet jede Einstellung – denn LimeSurvey bietet Optionen immer auf genau der Ebene an, auf der sie wirken.
Drei Konsequenzen für die Praxis
- Fragengruppen sind auch Layout. Eine Online-Umfrage ist kein DIN-A4-Bogen. Wie viel auf einer Bildschirmseite steht, entscheidet die Einstellung zum Seitenumbruch – üblicherweise „eine Seite pro Fragengruppe“. Gruppen schaffen also nicht nur Ordnung, sie bestimmen, was Teilnehmende gleichzeitig sehen.
- Bedingungen lassen sich auf verschiedenen Ebenen setzen. Sie können eine ganze Fragengruppe ausblenden oder eine einzelne Teilfrage – das ist ein erheblicher Unterschied im Aufwand. Vor dem Bauen kurz überlegen, auf welcher Ebene die Regel eigentlich gilt.
- Auf welcher Ebene bin ich gerade? Die Eingabemasken für Antwortoptionen und Teilfragen sehen einander sehr ähnlich. Die Ebenen im Kopf helfen beim Orientieren – und beim Feststellen, ob eine Frage wirklich fertig ist oder ob noch ein Teil fehlt.
Der Unterstrich im Variablennamen
Die Hierarchieebenen begegnen Ihnen auch später im Datensatz wieder, vor allem bei Matrixfragen. Deren Teilfragen erzeugen einen Spaltennamen, der mit einem Unterstrich aus Fragencode (Fragen-Ebene) und Teilfragencode (Teilfragen-Ebene) zusammengesetzt ist. Eine Matrixfrage mit dem Fragencode zufriedenheit (zum Beispiel „Wie zufrieden waren Sie mit folgenden Aspekten der Schulung?“) und den Teilfragen ort, inhalt, catering erzeugt die Spalten:
zufriedenheit_ort
zufriedenheit_inhalt
zufriedenheit_catering
Der Unterstrich ist also der Ebenenwechsel von Frage zu Teilfrage. Daher darf er nicht in einem normalen Fragencode verwendet werden – darauf passt LimeSurvey in aller Regel selbst auf.
Und was ist nun SGQA?
SGQA steht für Survey, Group, Question, Answer. Der Code identifiziert eine Teilfrage eindeutig und sieht aus wie 1827X3X337: Umfrage-ID 1827, Gruppen-ID 3, Fragen-ID 337, aneinandergehängt mit einem X.
Die gute Nachricht: Sie müssen ihn normalerweise nicht mehr benutzen. Seit der Einführung des ExpressionScript sprechen Sie Fragen über ihren selbst vergebenen Fragencode an – also alter statt 1827X3X337. Das ist lesbar, und es überlebt das Verschieben einer Frage in eine andere Gruppe.
Begegnen wird Ihnen SGQA trotzdem: in älteren Anleitungen, in Bedingungen aus früheren Versionen und in manchen Exportformaten als Spaltenname. Dann hilft es zu wissen, dass es kein Fehler ist, sondern eine Adresse.
Praxistipp: Vergeben Sie sprechende Fragencodes, bevor Sie den Fragebogen bauen – alter, abteilung, zufriedenheit. Dieselben Codes werden später zu Ihren Variablennamen in der Auswertung. Eine halbe Stunde Nachdenken hier spart Stunden beim Umbenennen in R oder Excel.
Ausführlich im offiziellen Manual: SGQA identifier (nur auf Englisch verfügbar).